MUT ZUM HUT.

Der Hut. Ein modisches Accessoire, oder sogar mehr?
Der menschliche Kopf. Ein modisches Accessoire, oder sogar mehr?

amelieruna_mutzumhut_2

Wir alle haben Charakterzüge, von denen wir sagen würden, dass sie uns definieren. 
Sei es ein unerschütterlicher Glaube an das Gute im Menschen, eine niemals enden wollende Unternehmungslust oder einfach eine grenzenlose Hilfsbereitschaft.
Gute, löbliche und erstrebenswerte Merkmale. 
Natürlich gibt es auch Eigenschaften, die diesen gegenüberstehen. Das Yang zum Yin bilden.
Da wären zum Beispiel ein immer wieder auftretender Jähzorn, chronisch schlechte Laune oder absolute Hinterlistigkeit. Doch was definiert uns wirklich?
Sind es diese Eigenschaften? Oder ist es doch etwas ganz Anderes, beispielsweise, wie unser Umfeld und unsere Mitmenschen uns wahrnehmen?

Es ist doch so: trifft man einen anderen Menschen zum ersten Mal, kann man ihn bereits nach wenigen Minuten kategorisieren, in eine Schublade stecken. So sind wir nun einmal getaktet: 
Wir wollen ein Urteil fällen und zuordnen, damit unser Gehirn es leichter hat.
Und dass sich vieles von unserem Betriebssystem kategorisieren lässt, liegt nun einmal an den Charakterzügen eines Menschen, die in einer bestimmten Situation zutage treten.
So war es schon immer und so wird es auch immer sein.
Doch was sich dahinter verbirgt, ist die entscheidende Frage!
War das vielleicht nur ein aufgesetztes Lächeln, weil der Gegenüber versucht, seine Unsicherheit zu verstecken? Oder eher, weil er ein falsches Spiel mit dir spielt?
Warum gibt der andere so wenig von sich preis? Vielleicht aus Angst, bei zu viel Offenheit verletzt zu werden?

Fragen über Fragen und schier endlose Antwortmöglichkeiten.

amelieruna_mutzumhut_5_amelieruna_mutzumhut_4

Doch das Ganze lässt sich auch positiv drehen: Menschen, die uns nahe stehen und uns manchmal vielleicht sogar besser kennen als wir uns selber, können uns oftmals auch viel besser und positiver einschätzen, als wir es selber tun. So neigen wir doch oftmals dazu, nur das Schlechte wahrzunehmen und die guten Seiten auszublenden. Nahe stehende Personen sind jedoch oftmals in der Lage zu sehen, was sich unter dem großen schwarzen Hut versteckt und können sagen, ob wir dem Rest der Welt unser wahres Gesicht zeigen, oder eben nicht.

Denn wie und wo man seinen Hut nun der Öffentlichkeit präsentiert und vor allem wie mutig man damit in die Welt hinausstolziert, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Das ist ja auch das Schöne an diesen Beschaffenheiten: sie entstammen einem bunten Pool voll unzähliger Kombinationsmöglichkeiten. Manche können sehr offen damit umgehen, sich selber zu präsentieren und andere nun einmal nicht.
Die Welt ist bunt und genauso sind es wir Menschen.
Denn ganz egal woher unsere Eigenheiten kommen und wie wir sie ausleben:
Ohne sie wären wir ein Körper ohne Innenleben. Reine Fassade.
Ein Nichts.
Deshalb sollten wir, ganz egal, ob diese Eigenschaften „gut“ oder „schlecht“ sind,
zu ihnen stehen. Wir müssen sogar!
Denn es ist unser Kopf, der uns ausmacht.
Unser Kopf und unsere Seele.
Also trage deinen Hut so wie DU es möchtest! Entweder versteckt hinter deinem Rücken,
vor dir in der Hand oder geradewegs auf dem Kopf.
Es ist DEIN Leben, deine Entscheidung
und deine Kopfbedeckung.

amelieruna_mutzumhut_3

amelieruna_mutzumhut_7

amelieruna_mutzumhut_6


Army Jacke – Zara
Shirt – Pieces
Jeans – Levi’s
Schuhe – River Island
Hut – H&M
Choker – DaWanda
Uhr – Daniel Wellington
Ring – Sence Copenhagen

Die Fotos stammen von meiner lieben Freundin Patrizia, meiner absoluten Lieblingsfotografin! ❤

GROßSTADTZIRKUS

amelieruna_grosstadtzirkus_41amelieruna_grosstadtzirkus_51

Rauschende Autos, flackernde Lichter und ein immer kälter werdender Novemberwind. Viele Menschen, die geschäftig von A nach B laufen. Hände in den Manteltaschen, Kopfhörer in den Ohren, Augen auf die Straße geheftet.
Wie im Zirkus, von einem unsichtbaren Dompteur gesteuert, tun sie alle auf seltsame Art und Weise irgendwie das Gleiche. In ihrem monotonen Gang verschwimmen sie zu einer amorphen Masse, die jedes  Individuum verschluckt.
Und mitten unter ihnen bin ich. Stehe zwischen ihnen und schaue ihrer perfekt einstudierten Kür zu. Der gleiche Gang, der gleiche Blick, das gleiche Gefühl.
Ich gehöre selber dazu.amelieruna_grosstadtzirkus_11
Ja, das machen wir alle ganz fabelhaft! Könnt ihr es sehen? Wie wir dem Trubel der Stadt durch unsere grandiose Isolation ausweichen und nur an unseren Auftritt denken?
Die Zuschauer werden uns lieben!
Ein eisiger Windhauch lässt mich erschaudern. Ich wickle mich fester in meinen Schal, auf der Suche nach Wärme. Doch die Kälte kriecht in meine Finger und breitet sich langsam in meinem Körper aus. Frostig. Eiskalt. Einschüchternd. Ein Gefühl der Beklemmung beschleicht mich.
Das Jahr ist fast zu Ende und du hast noch immer nicht deine große Kür gezeigt. Du musst noch einmal hoch hinaus und allen zeigen, was du kannst. Dabei könntest du dir den Hals brechen.

amelieruna_grosstadtzirkus_31amelieruna_grosstadtzirkus_21
Denn der Großstadtzirkus verlangt uns so einiges ab.
Wir müssen die vorgegebenen Schritte perfekt beherrschen und dürfen uns keine Fehler erlauben. Mutig müssen wir über das Drahtseil balancieren.Ohne nach unten zu schauen, ohne doppelten Boden, ohne zweite Chance. Mit einem Fehltritt kann die ganze Arbeit umsonst gewesen sein. Wer steht dann dort, um uns aufzufangen?
Aber wenn wir ehrlich sind, können wir nicht ohne diesen Nervenkitzel.
Die Aufregung, bevor wir auf das Drahtseil steigen. Der Adrenalinstoß, wenn wir in der Mitte stehen. Und der Stolz, wenn wir es fehlerfrei auf die andere Seite geschafft haben. Mut bewiesen haben, ohne die Angst gewinnen zu lassen.
Und danach?
Wollen wir Applaus für unsere großartigen Taten einheimsen und uns belohnen lassen. Doch wisst ihr was? Das ist okay so. Denn darum geht es doch im Großstadtzirkus! Manchmal ist vielleicht der erste Schritt auf das Seil schwer, fordert Überwindung und kostet all‘ unsere Bemühungen.
Denn wir alle haben Angst etwas verkehrt auszuführen und mit einem falschen Schritt alle Anstrengungen zunichte zu machen.
Das ist menschlich.
Unser Ziel ist das andere Ende , das wollen wir erreichen.
Dafür lohnt es sich, Kopf und Kragen zu riskieren und sich der Faszination des schillernden, leuchtenden, wunderbaren Großstadtzirkus‘ hinzugeben.
amelieruna_grosstadtzirkus1


Jacke –  Zara
Bluse – SET
Hose – Mango
Schuhe – Reebok
Armband – Six

Fotos: Alibek Käsler Photography
Vielen, vielen Dank nochmal für die tolle Zusammenarbeit! 🙂